Chronik
Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr
Erlbach
Die Entwicklung der technischen Ausstattung
Schadensfälle (Brände, technische Hilfeleistungen)
Festveranstaltungen
Die Vorstandschaften seit Gründung
Großübungen
Geselliges
Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr
Erlbach
Die Natur hat dem Menschen viele Geschenke gegeben, eines davon ist das Feuer. Feuer bedeutet Licht, Wärme und Leben, aber auch Zerstörung, Vernichtung und sogar Tod.
Als erste Feuerwehr wurde in Bayern am 09. Januar 1849 die Feuerwehr der Stadt Augsburg gegründet. 1859 gab es in Bayern bereits 22 freiwillige Feuerwehren, davon waren drei Fabrikwehren.
Am 13. April 1868 wurde der „Bayerische Landesfeuerwehrverband" in Gunzenhausen gegründet.
In Erlbach gab es Ende des 19. Jahrhunderts, wie auch in anderen Gemeinden der Umgebung, eine Gemeindefeuerwehr unter der Führung der Gemeindeverwaltung. Das älteste erhaltene Dokument hierüber stammt vom 20. Juni 1899 eine Ladeliste zur 1. Quartalsübung am Sonntag, den 25. Juni 1899 vormittags 5 Uhr!
Unentschuldigtes Wegbleiben, nicht rechtzeitiges Erscheinen oder vorzeitiges Weggehen, sowie ungeeignetes Verhalten konnte nach § 368 Ziffer 8 des Reichsstrafgesetzbuches mit Geld bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft werden.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Gemeinde Erlbach immer wieder vom Königlichem Bezirksamt in Neuburg an der Donau aufgefordert, dem Beispiel anderer Gemeinden des Bezirkes zu folgen und eine freiwillige Feuerwehr zu gründen.
Das Gründungsprotokoll hat sich nicht erhalten. Verschiedenen schriftlichen Quellen nach wurde die FFW Erlbach am Sonntag, den 1. Januar 1905, andere sprechen vom Donnerstag, den 4. Januar 1905, gegründet.
Ihre Gründungsmitglieder waren:
| Geboren am: | |||||
| 1. Vorstand: Johann Karrmann | Hs.Nr. 17 | 21.01.1849 | |||
| Ökonom und Bürgermeister | |||||
| Kommandant: Anton Braun | Hs.Nr. 4 | 12.06.1859 | |||
| Ökonom und Wagnermeister | |||||
| Spritzenmannschaft: | |||||
| Franz Xaver Kaufmann | Ökonom | Hs.Nr. 19 | 10.08.1865 | ||
| Xaver Fürst | Ökonom | Hs.Nr. 3+5 | 02.01.1871 | ||
| Georg Schnappinger | Ökonom | Hs.Nr. 8 | 19.11.1853 | ||
| Egidius Engelhard | Ökonom | Hs.Nr. 16 | 28.08.1868 | ||
| Georg Lang | Ökonomssohn | Hs.Nr. 11 | 14.04.1886 | ||
| Josef Heuberger | Ökonom und Gastwirt | Hs.Nr. 1 | 12.07.1879 | ||
| Sebastian Bieber | Ökonomssohn | Hs.Nr. 9 | 24.02.1887 | ||
| Jakob Weger | Ökonom | Hs.Nr. 7 | 23.07.1853 | ||
| Steigermannschaft: | |||||
| Gallus Lösch | Ökonom | Hs.Nr. 6 | 01.08.1873 | ||
| Johann Frei | Ökonomssohn | Hs.Nr. 2 | 17.01.1879 | ||
| Josef Frei | Ökonomssohn | Hs.Nr. 2 | 13.06.1877 | ||
| Johann Karrmann | Ökonomssohn | Hs.Nr. 17 | 27.06.1884 | ||
| Jakob Lang | Ökonomssohn | Hs.Nr. 10 | 04.12.1881 | ||
| Josef Rosskopf | Bauerssohn | Hs.Nr. 15 | 17.12.1887 | ||
Die Entwicklung der technischen Ausstattung
Das uralte Hirtenhaus, Pl.Nr. 58, Hs.Nr. 20, war um 1840 abgebrannt. 1842/43 wurde auf Pl.Nr. 479 1/3 ein neues Hirtenhaus erbaut und im Laufe der Zeit ein Feuerwehrschuppen angebaut. Dieser Schuppen wurde 1908/1909 erhöht, um die Gerätschaften der nunmehrigen Freiwilligen Feuerwehr besser unterzubringen. 1924 riss man das Hirtenhaus ab, der Schuppen aber wurde bis zum Bau des neuen Feuerwehrhauses auf Pl.Nr. 1/5, Pallaststr. 8, im Jahre 1968 genutzt. Der Plan zum Bau eines Löschwasserspeichers neben diesem Haus datiert bereits vom 16.06.1956.
1988 beauftragte man bei der Marktgemeinde Rennertshofen das Feuerwehrhaus zu renovieren und um einer Schulungsraum zu erweitern. Wegen der schlechten Bausubstanz sah man von einem Umbau ab und genehmigte 1989 einen Neubau.
Am 27.06.1990 begann man mit dem Neubau, Pl.Nr. 42, Erlenstr. 12, neben der Kapelle, unter der Leitung des damaligen stellvertretendem und späteren 1. Kommandanten Josef Kugler. Am 16.05.1993 wurde das Haus durch Herrn Pfarrer Stanislaus Kryszkowski feierlich eingeweiht. Die Gesamtkosten betrugen 241.362 DM, der Freistaat Bayern beteiligte sich mit einem Zuschuss von 75.000 DM. Die Floriansjünger leisteten 3725 freiwillige Arbeitsstunden.
Im Gründungsjahr 1905 waren aus dem Beständen
der Ortswehr nur eine Druckspritze (sie existiert noch heute) und ca. 20
Meter Hanfschläuche vorhanden. Ein Darlehen von Herr Pfarrer Roth aus
Bertoldsheim ermöglichte den Kauf von Helmen und Gurten.
Die Distriktskasse Neuburg gab 50 und die Gemeine Erlbach gab 25 Reichsmark.
Durch ein weiteres Privatdarlehen war es möglich, 16 Joppen beim
Schneidermeister Meklinger in Rennertshofen fertigen zu lassen. Der Kreis
lieferte eine acht Meter lange Stützleiter, 30 Meter Hanfschläuche
und sechs Helme. Weitere Röcke sowie Helme und Gurte kamen 1931 und
1932 hinzu.
Neue Uniformen (Röcke, Mützen, Lederkoppel und Helme) wurden 1961
und 1962 angeschafft.
1963 wurde in Ingolstadt eine gebrauchte Motorspritze für 210,50 DM
gekauft.
Einen Fahnenschrank gab es 1966, er wurde 1984 erneuert.
1976 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger von 1960 von der FFW Rennertshofen
und 1978 eine Tragkraftspritze TS8/8, auch von 1960, ebenfalls von der
Rennertshofener Wehr übernommen.
Zum 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung von Erlbach
in die Marktgemeinde Rennertshofen. Diese ist seitdem für den
Sachmittelaufwand der FFW Erlbach zuständig.
Am 20. Juni 1979 beschloss die Mitgliederversammlung der Erlbacher Wehr die
Annahme einer Satzung. Seit der Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht
Neuburg am 20. Dezember 1979 nennt sich die Ortswehr Freiwillige Feuerwehr
Erlbach e.V..
Eine Satzungsänderung geschah 2000.
Die Vereinstafel wurde 1980 in Auftrag gegeben; weitere Schutzanzüge
1982 und Sicherheitsstiefel 1987 gekauft.
Schadensfälle (Brände, technische Hilfeleistungen)
| 24.06.1913 | Erlbach | Georg Schnappinger | Hs.Nr. 8 | Stallbrand |
| 17.05.1924 | Erlbach | Jakob Lang | Hs.Nr. 10 | Scheunenbrand |
| 27.08.1974 | Erlbach | Sebastian Weigl | Hs.Nr. 2 | Schwelbrand |
| 29.07.1980 | Trugenhofen | Mathias Schneider | (Gasthaus zum Brui) | Wohnhaus- und Stallbrand |
| 31.07.1982 | Rennertshofen | Marktstraße | Auspumpen von mehreren Kellern | |
| 28.05.1985 | Erlbach | Auspumpen von mehreren Kellern | ||
| 04.06.1989 | Erlbach | Walter Engelhard | Pallaststr. 7 | Schwelbrand |
| 18.11.1989 | Trugenhofen | Alfons Stoll | Brand von Stallung und Scheune | |
| 01.04.1999 | Erlbach | Georg Lang | Pallaststr. 12 | Zimmerbrand |
| 23.05.1999 | Bertoldsheim | (Pfingsthochwasser) | Auspumpen von mehreren Kellern |
Von Feiern des 25jährigen (1930) oder des 50jährigen (1955) Gründungsfesten der FFW Erlbach ist nichts bekannt. Gerne aber feierten die Erlbacher in den umliegenden Ortschaften mit! So besuchte man bereits 1927 die 50jährigen Gründungsfeste der FFW Gansheim und Bertoldsheim, später dann Feste im Schweinspoint (1928), in Stepperg (1930), in Marxheim (1930) und in Burgmannshofen, 1956 Trugenhofen, 1960 Neuhausen, 1962 Gammersfeld und Treidelheim-Mauern.
Am Sonntag, dem 14. Juli 1963, aber ging es in Erlbach hoch her. Man feierte auf dem Dorfanger die Fahnenweihe der FFW. Zur Finanzierung der Fahne wurde das ehemalige Streurecht für 1.067,20 DM an den Staat abgegeben und das Jagdgeld des Jahres 1962 in Höhe von 500 DM verwendet. Patenverein war die FFW Bertoldsheim, Schirmherr der Jagdpächter Max Rucker aus Neuburg. Fahnenbraut war Isolde Graßer, Festdamen waren Gisela Lang und Brigitte Frank. 25 Vereine und zahlreiche Gäste nahmen an der wohlgelungenen Feier teil.
| Von links nach rechts: | Graßer Xaver (Kommandant), Lang Gisela, Ansbacher Josef (Festleiter), Kugler Hedwig, Graßer Isolde, Heuberger Lina, Engelhard Walter (Fähnrich), Kaufmann Ulrich (Bürgermeister), Schlamp Luise, Frank Brigitte |
Die Fahne wurde 1999 renoviert.
Auch in den Folgejahren besuchte man eifrig Feuerwehrfeste, bis zu acht Veranstaltungen in einem Jahr!
Bereits im Jahr 1979 begann man mit den Vorbereitungen zum 75jährigen Gründungsfest am 12. und 13. Juli 1980. Eine Festschrift wurde erstellt, um durch die Inserate finanziell abgesichert zu sein. Die Schirmherrschaft übernahm Franz Kugler aus Bertoldsheim, Patenverein war die Bertoldsheimer Feuerwehr. Als Festkapelle wurden die Zusamtaler Musikanten aus Buttenwiesen verpflichtet, aber keine prominenten Showstars. Die Leitung des Festes lag in den Händen des Kommandanten und Vorstandes Georg Lang.
Festdamen waren von links: Hildegard Biber, Christine Braun, Franziska Kugler, und Petra Engelhard.
Ein weiterer festlicher Höhepunkt für die Ortswehr war am Sonntag, den 16.05.1993, wie bereits ausgeführt, die Weihe des neuen Feuerwehrhauses.
Die Vorstandschaften seit Gründung
|
1. Vorstand |
||
| 1905-1909 | Johann Karrmann, | Bürgermeister |
| 1910-1912 | Gallus Lösch | |
| 1913-1926 | Josef Frei | Bürgermeister |
| 1927-1945 | Georg Lang | Bürgermeister |
| 1947-1966 | Ulrich Kaufmann | Bürgermeister |
| 1967-1975 | Xaver Graßer | |
| 1975-1991 | Georg Lang | |
| 1991-1999 | Alois Haas | |
| 2000-2006 | Stefan Haas | |
| 2006- | Walter Engelhard | |
| 2. Vorstand | ||
|
1991- 2006 |
Josef Kugler | |
|
2006- |
Sens Robert | |
|
|
||
| 1. Kommandant | ||
| 1905-1908 | Anton Braun | |
| 1908-1923 | Gallus Lösch | |
| 1924-1926 | Leonhard Schlamp | |
| 1927-1928 | Xaver Graßer | |
| 1929-1945 | Gallus Dunz | |
| 1946-1947 | Otto Engelhard | |
| 1947-1975 | Xaver Graßer | dann Ehrenkommandant |
| 1975-1991 | Georg Lang, | dann Ehrenkommandant |
| 1991-2006 | Josef Kugler | |
| 2006- | Gerhard Lang | |
| 2. Kommandant | ||
| 1947-1952 | Anton Lang | |
| 1952-1970 | Georg Lang | |
| 1971-1975 | Georg Lang jun. | |
| 1975-1991 | Josef Kugler | |
| 1991-2006 | Franz Heuberger | |
|
2006- |
Thomas Lang | |
| Schriftführer | ||
| 1905-1925 | Xaver Fürst | |
| 1925-1933 | Johann Färber | |
| 1934-1945 | Josef Heuberger | |
| 1947-1952 | Ulrich Kaufmann | |
| 1952-1966 | Johann Heuberger | |
| 1967-1979 | Franz Reiner | |
| 1979-1985 | Walter Engelhard | |
| 1985-1991 | Franz Reiner | |
| 1991-1997 | Hermann Lang | |
| 1997-2000 | Stefan Haas | |
| 2000-2006 | Wolfgang Reiner | |
| 2006- | Manuel Tanzer | |
| Kassier | ||
| 1905-1925 | Xaver Fürst | |
| 1925-1933 | Johann Färber | |
| 1934-1945 | Josef Heuberger | |
| 1947-1966 | Johann Heuberger | |
| 1967-1979 | Franz Reiner | |
| 1979-1985 | Walter Engelhard | |
| 1985-1991 | Franz Reiner | |
| 1991-2006 | Wilhelm Braun | |
| 2006- | Wolfgang Reiner | |
|
Kassenprüfer |
||
| 1985-1991 | Franz Heuberger und Wilhelm Braun | |
| 1991-2000 | Franz Reiner und Ulrich Kaufmann | |
| 2000-2006 | Georg Hermann und Robert Sens | |
| 2006- | Georg Hermann und Christian Lang | |
|
Zeugwart |
||
| 1913-1934 | Johann Färber | |
| 1934-1945 | Josef Färber | |
| 1955-2000 | Josef Anspacher sen. | |
| 2000- | Josef Anspacher jun. | |
Ehrenmitglieder z.B. 1957
Josef Heuberger, Simon Fürst, Anton Fürst, Otto Braun, Gallus Lösch, Ulrich Kaufmann, Josef Anspacher, Gallus Dunz, Andres Biber, Otto Engelhard
Ehrenkommandanten
Xaver Graßer, seit 08.05.1975, Geb.
27.03.1922, Eintritt in die FFW 01.07.1939,
Kommandant 1947-1975, gest. 03.08.2001
Georg Lang, seit 27.02.1991, Geb.
04.02.1949, Eintritt in die FFW 15.05.1965,
Stellv.
Kommandanten 1971-1975, Kommandant 1975-1991, gest. 15.11.1999
Ab 1975 wurde es üblich, Großübungnen durchzuführen um das Zusammenarbeiten einzelner Wehren erproben und im Ernstfall große Brände besser zu bekämpfen.
So war die FFW Erlbach bei der Übung im Rohrbach am 02.07.1976 dabei, als neun Wehren miteinander eine Gesamtlänge von 1740 Metern legten. AM 13.05.1977 traf man sich zu einer Großübung in Bertoldsheim und am 20.09.1983 in Kienberg.
Mit dem Feuerwehr von Rennertshofen und Trugenhofen führte man 1988 eine Großübung im Kuchelholz durch. Am 21.09.1992 war eine Großübung in Erlbach mit der FFW Bertoldsheim und am 22.09.1994 in Bertoldsheim mit den Wehren aus Trugenhofen, Bertoldsheim und Erlbach.
Am 15.09.1996 nahm man an der Brandschutzwoche in Rennertshofen teil. Weitere Großübungen waren am 14.09.1998 in Trugenhofen mit dem Kameraden aus Trugenhofen, Bertoldsheim und Erlbach, am 29.09.1998 in Bertoldsheim in gleicher Besetzung und am 29.09.2000 in Erlbach, ebenfalls mit Trugenhofen, Bertoldsheim und Erlbach.
Ab 1950 wurde es guter Brauch, neben dem Besuch von Feuerwehrfesten, auch eigene Tanzveranstaltungen und Feuerwehrbälle abzuhalten. Doch im Laufe der Jahre sank der Reingewinn aus den Bällen immer weiter, aber aus traditionellen Gründen hielt man noch bis 1987 daran fest.
Auch das Preisschafkopfen erfreute sich einige Jahre großer Beliebtheit.
1978 wagte man sich erstmals an eine Maibaumfeier.
Die Gartenfeste ab 1978 und die Herbstfeste ab 1988 erwiesen sich dann als die großen Renner, sehr zur Freude der jeweiligen Kassierer! Man unternahm auch Ausflüge, so z.B. nach Oberammergau 1993, nach Kipfenberg 1995 und nach .......2000.
Kappenabende und gemütliches Beisammensein am Faschingsdienstag sowie Christbaumaufstellen und Nikolausfeier erfreuen sich in den letzten Jahren regen Zuspruchs.